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Ratgeber für Freelancer
Freelancer, ANÜ oder Werkvertrag: die Vertragsformen im Überblick
Projekte im DACH-Raum werden auf freiberuflicher Basis als Dienstvertrag, als Werkvertrag oder in Arbeitnehmerüberlassung angeboten. Die Form entscheidet, wer Weisungen gibt, wie abgerechnet wird und wer Steuern und Sozialversicherung trägt. Hier das Wichtigste im Überblick.
Dienstvertrag, Werkvertrag und ANÜ im Vergleich
Freelancer (Dienstvertrag)
Werkvertrag
Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ)
Was geschuldet ist
Die vereinbarte Tätigkeit, nicht ein bestimmtes Ergebnis
Ein konkretes Werk mit Abnahme
Ihre Arbeitskraft, beim Kunden eingesetzt
Ihr Status
Selbstständig, Sie stellen Rechnungen
Selbstständig, Sie stellen Rechnungen
Angestellt beim Personaldienstleister
Weisungen
Keine fachlichen Weisungen des Kunden zu Zeit, Ort und Art der Arbeit
Keine, Sie organisieren das Werk selbst
Der Kunde erteilt Weisungen wie einem eigenen Mitarbeiter
Abrechnung
Meist nach Stunden oder Tagen, zuzüglich Umsatzsteuer
Meist Festpreis oder nach Meilensteinen
Gehalt vom Personaldienstleister
Haftung
Für sorgfältige Arbeit
Für das Ergebnis, mit Gewährleistung
Beim Personaldienstleister und Kunden
Sozialversicherung
Eigene Vorsorge, Risiko der Scheinselbstständigkeit prüfen
Eigene Vorsorge
Abgeführt vom Personaldienstleister
Freelancer auf Basis eines Dienstvertrags
Die meisten Freelance-Projekte in IT, Beratung und Engineering laufen als Dienstvertrag: Sie bringen Ihre Expertise ein, rechnen nach Stunden oder Tagen ab und schulden sorgfältige Arbeit, aber keinen bestimmten Erfolg. Oft steht ein Projektvermittler dazwischen, mit dem Sie den Vertrag schließen, während der Vermittler einen Rahmenvertrag mit dem Endkunden hat. Achten Sie darauf, dass Sie im Projekt nicht wie ein Angestellter eingegliedert werden, sonst droht Scheinselbstständigkeit.
Werkvertrag
Beim Werkvertrag liefern Sie ein klar beschriebenes Ergebnis, etwa eine Software, eine Migration oder ein Konzept. Der Kunde nimmt das Werk ab, Sie haften für Mängel. Vergütet wird häufig ein Festpreis oder nach Meilensteinen. Das Risiko liegt stärker bei Ihnen, dafür sind Sie in der Organisation der Arbeit freier.
Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ)
In der ANÜ sind Sie beim Personaldienstleister angestellt, der Sie an einen Kunden überlässt. Der Kunde erteilt Ihnen Weisungen, Sie erhalten ein Gehalt, Urlaub und Sozialversicherung wie ein Angestellter. Der Personaldienstleister braucht dafür eine Erlaubnis, und die Überlassung muss im Vertrag ausdrücklich als solche bezeichnet sein.
Österreich und Schweiz
In Österreich arbeiten Freelancer meist auf Basis eines Werkvertrags oder eines freien Dienstvertrags, und auch dort gibt es die Arbeitskräfteüberlassung über Personaldienstleister. In der Schweiz entscheidet die AHV-Ausgleichskasse, ob eine Tätigkeit als selbstständig gilt, und der Personalverleih ist bewilligungspflichtig. Prüfen Sie die Regeln des Landes, in dem Sie tätig sind.
Was passt zu Ihnen?
Dienstvertrag als Freelancer, wenn Sie selbstständig mehrere Kunden betreuen und nach Aufwand abrechnen wollen.
Werkvertrag, wenn Sie ein klar umrissenes Ergebnis liefern und das Risiko einschätzen können.
ANÜ, wenn Sie Projekterfahrung sammeln, aber angestellt und sozialversichert bleiben wollen.
Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Lassen Sie Ihre Situation von einer Steuerberaterin, einem Steuerberater oder einer Fachanwältin, einem Fachanwalt prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen Dienstvertrag und Werkvertrag?
Beim Dienstvertrag (§ 611 BGB) schulden Sie die vereinbarte Tätigkeit, zum Beispiel Beratung oder Entwicklung nach Stunden. Beim Werkvertrag (§ 631 BGB) schulden Sie ein konkretes Ergebnis, das der Kunde abnimmt und für dessen Mängel Sie einstehen. Die meisten IT-Freelance-Projekte laufen als Dienstvertrag mit Abrechnung nach Stunden.
Was bedeutet ANÜ für Freelancer?
Bei der Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) werden Sie beim Personaldienstleister angestellt und arbeiten beim Kunden nach dessen Weisungen. Das ist kein Freelancing: Sie bekommen ein Gehalt, der Personaldienstleister führt Steuer und Sozialversicherung ab. Manche Vermittler bieten ein Projekt wahlweise auf freiberuflicher Basis oder in ANÜ an.
Wie lange darf eine Arbeitnehmerüberlassung dauern?
In Deutschland gilt nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz grundsätzlich eine Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten beim selben Kunden. Spätestens nach neun Monaten haben Leiharbeitnehmer grundsätzlich Anspruch auf das gleiche Entgelt wie vergleichbare Stammmitarbeiter (Equal Pay), Tarifverträge können Abweichungen vorsehen.
Muss ich als Freelancer Umsatzsteuer berechnen?
In Deutschland stellen Sie in der Regel 19 % Umsatzsteuer in Rechnung. Ausnahme ist die Kleinunternehmerregelung: Seit 2025 gilt sie, wenn Ihr Umsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet. Mit typischen Stundensätzen in IT-Projekten liegen Sie meist darüber.
Wie vergleiche ich ein Gehalt mit einem Stundensatz?
Rechnen Sie zum Gehalt die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und Ihre Kosten für Versicherungen und Verwaltung hinzu und teilen Sie das Ergebnis durch die Stunden, die Sie nach Urlaub, Feiertagen, Krankheit und Leerlauf tatsächlich abrechnen. Unser Stundensatz-Rechner übernimmt das für Sie.
Projekte nach Art finden
So funktioniert es
1Wir entdecken neue Chancen Wir durchsuchen das Web rund um die Uhr und finden Freelance-Projekte, sobald sie veröffentlicht werden, noch bevor sie überall zu sehen sind.
2Sie kontaktieren den Entscheider direkt Jedes Projekt führt zur richtigen Ansprechperson, ohne Vermittler und ohne Plattform. Sie bewerben sich direkt an der Quelle.
3Mit dem Vorabzugang sind Sie schneller Mit dem Vorabzugang sehen Sie die neuesten Projekte, sobald sie veröffentlicht werden, vor allen anderen. Wer sich zuerst meldet, bekommt das Projekt.